Gründe für eine Freie Trauung

Gründe für eine Freie Trauung

Kurzüberblick

Grundsätzlich ist eine Freie Trauung für jedes Paar, das nicht nur standesamtlich „Ja“ zueinander sagen möchte, geeignet. Folgende Motive werden jedoch besonders häufig genannt. Wenn Sie sich in einem der Punkte wiederfinden, mag das Ihre Entscheidung für eine Freie Trauung festigen das würde mich natürlich freuen! 

Kerze und Blumenschmuck

Individuelle/außergewöhnliche Wünsche

Nicht-religiöse Weltanschauung

Unterschiedliche Weltanschauung

Fehlende Kirchenbindung/-zugehörigkeit

Multireligiöser Hintergrund

Multikultureller/-lingualer Hintergrund

Gleichgeschlechtliche/LGBT Liebe

Katholische Ehehindernisse

Auf dem Weg zur Patchworkfamilie

Kein/späterer standesamtlicher Trauwunsch


Scrollen Sie sich im Folgenden doch auch durch die ausführliche Version der für Sie interessanten Gründe oder klicken Sie für einen schnellen Test, ob eine Freie Trauung zu Ihnen passt, auf meine Entscheidungshilfe im "Ja, wir wollen"-Format.

Individuelle/außergewöhnliche Wünsche

Liebespaare, ob religiös oder nicht-religiös, möchten in der heutigen Zeit nicht mehr irgendeine Trauzeremonie mit irgendwelchen Inhalten erleben, die ihnen vorgegeben wird. Im Gegenteil: sie wünschen sich eine Trauung, mit der sie sich persönlich und als Paar verwirklicht sehen. Die intensiv auf ihre Liebesgeschichte, ihre Charaktere und ihr Versprechen eingeht. Eine Trauung mit Elementen und Texten, die es so nie gegeben hat und nie wieder geben wird. Die Familie und Freunde aktiv miteinbezieht. Die an einem besonderen Ort stattfindet, an einem roten Faden orientiert ist oder ein Motto aufnimmt. Eine individuelle, authentische und ehrliche Trauung eben, die so ist wie sie all das kann eine Freie Trauung durch eine intensive Vorbereitung und persönliche Betreuung bieten. 

Nicht-religiöse Weltanschauung

Paaren, denen der Segen Gottes für Ihre Ehe unwichtig ist, würde ich von einer Trauung in der Kirche im Regelfall abraten. Möglich ist sie natürlich, wenn zumindest einer der Partner noch Kirchenmitglied ist. Und nicht selten wird dieser Weg eingeschlagen, der Familie zuliebe und um den Traum von einem romantischen Hochzeitsfest mit den traditionellen Ritualen und Gebräuchen rund um die Eheschließung zu verwirklichen. Mit der Entscheidung für eine Freie Trauung ist dieser Kompromiss jedoch hinfällig, denn Sie können sich außerhalb der Kirchenmauern ganz nach Ihren Überzeugungen trauen lassen. Dafür können sogar die konventionellen Wege verlassen werden, um eigene Rituale abseits der klassischen Formen der Eheschließung zu finden.

Unterschiedliche Weltanschauung

Wenn ein Partner religiös ist, der andere jedoch nicht, dann kann eine Freie Trauung die gemeinsame Lösung sein, bei der sich keiner für den jeweils anderen verbiegen muss. Schließlich geht es um nicht weniger als ein gemeinsames Versprechen, das Sie im besten Fall lebenslang begleiten wird, daher sollten sich auch beide Partner mit den gewählten Worten identifizieren können. Ein Freier Theologe oder Redner kann sensibel auf diese spezielle Situation eingehen und mit Ihnen einen Trauung gestalten, in der Ansichten beider Partner zum Tragen kommen und dargestellt wird, wie Sie sich als Paar gegenseitig inspirieren. Religiöse Elemente können vorsichtig formuliert werden, so dass sie den gläubigen Partner stärken, den nicht-religiösen Partner jedoch nicht vereinnahmen. 

Fehlende Kirchenbindung/-zugehörigkeit

Paare, die gläubig sind, können sich trotzdem aus verschiedenen Gründen nicht in der Gemeinschaft ihrer Religion beheimatet fühlen oder ihr auch faktisch durch Austritt nicht mehr angehören. Dahinter können einschneidende Gründe stehen, etwa eine kritische Haltung gegenüber den institutionalisierten Formen dieser Religion oder Streitigkeiten mit der Gemeinde/dem Ortsgeistlichen. Ein einfacherer, aber heutzutage immer häufigerer Grund ist die vornehmlich private Ausübung des Glaubens, während die Teilnahme am Gemeindeleben keine Rolle mehr spielt. Wenn eine kirchliche Trauung nicht vorstellbar oder möglich ist, sich ein Paar aber den Segen Gottes wünscht, kann ein Freier Theologe diese Lücke mit der Gestaltung einer religiösen Zeremonie, etwa auch in einer privaten/nicht geweihten Kapelle, schließen. 

Multireligiöser Hintergrund

Wenn zwei Menschen verschiedener Religionen die Ehe eingehen wollen, stehen sie vor einer besonderen Herausforderung bei der Gestaltung ihrer Trauung.  Entweder einigen sich beide Partner darauf, religiöse Elemente ganz aus der Zeremonie auszuklammern, dann kann eine Freie Trauung den entsprechend neutralen, aber trotzdem festlichen Boden bieten. Oder es besteht der Wunsch, dass in der Zeremonie Elemente und Werte beider Religionen gleichberechtigt zum tragen kommen, dann kann ein Freier Theologe oder Redner mit Hilfe des Brautpaares eine aus der Sicht beider Religionen stimmige Zeremonie entwerfen. Wenn das  Toleranz aller Beteiligten vorausgesetzt mit viel Einfühlungsvermögen und Kreativität geschieht, dann können sich im besten Fall beide Seiten gegenseitig inspirieren. 

Multikultureller/multilingualer Hintergrund

Auch multikulturelle Paare mit oder ohne Religionszugehörigkeit können vor der Aufgabe stehen, verschiedene Bräuche und Vorstellungen einer Hochzeit zusammenzubringen, um tatsächlich eine gemeinsame Form des Ja-Wortes zu finden. Mit einer Freien Trauung erhalten sie die Möglichkeit, in Kooperation mit Ihrem Freien Redner Symbole zu entwickeln, die Anteile von Bräuchen beider Kulturen beinhalten, um auf diese Weise ihre gemeinsame Vereinigung und gegenseitige Anerkennung bewusst zu verdeutlichen. Wenn sprachliche Hürden bestehen und sich eine englische oder multilinguale Zeremonie anbietet, ist eine Freie Trauung ebenso eine gute Wahl. Außerdem besteht die Möglichkeit, anstelle von Texten vor allem symbolische Handlungen sprechen zu lassen.

Gleichgeschlechtliche/LGBT-Liebe

Neben allen bereits aufgezählten Gründen stellt die Freie Trauung oftmals die einzige Alternative dar, wenn eine religiöse Trauung bzw. eine Trauung mit religiösen Elemente von gleichgeschlechtlichen oder trans* Partnern gewünscht wird.  Denn nur in sehr wenigen der Evangelischen Landeskirchen besteht überhaupt die Möglichkeit einer Trauung, die derjenigen heterosexueller Paare völlig gleichgestellt ist. Eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare bietet zumindest der Großteil der Landeskirchen an. Die römisch-katholische Kirche lehnt sie jedoch ab. Und da auch in Teilen der EKD weiterhin Defizite in der Anerkennung von Liebe außerhalb der Heteronormativität besteht, kann eine Freie Trauung eine Alternative für all diejenigen sein, die sich damit nicht arrangieren können noch wollen. 

Katholische Ehehindernisse

Auch wenn vor dem bürgerlichen Recht eine standesamtliche Trauung vollzogen werden darf, heißt dies nicht, dass eine römisch-katholische Trauung nach dem kirchlichen Eherecht (niedergelegt im Codex Iuris Canonici) auch möglich ist. Folgende Paare können von den sogenannten Ehehindernissen betroffen sein: einer der Partner ist bereits katholisch verheiratet oder ein Partner ist katholisch, der andere ungetauft, es besteht Blutverwandtschaft vierten Grades, ein Mann hat vormals das Weihesakrament empfangen oder das Gelübde der Ehelosigkeit abgelegt. In allen Fällen kann eine Freie Trauung eine adäquate Alternative sein, im Rahmen einer christlichen Zeremonie und auf Wunsch orientiert an der kirchlichen Liturgie um den Segen Gottes für das Brautpaar und die Eheschließung zu bitten.

Auf dem Weg zur Patchworkfamilie

Wenn eine Trauung nicht nur zwei Menschen, sondern auch zwei schon bestehende Familien, also Partner mit Kindern aus früheren Beziehungen, miteinander verbindet, dann stellt eine Freie Trauung eine wunderbare Möglichkeit dar, den Weg der beiden Familien hin zu einer neuen Familie sichtbar zu bestreiten. Die Kinder können in vielfältiger Weise in die Zeremonie miteinbezogen werden und anhand symbolischer Handlungen mit allen Sinnen erleben, wie sich durch die Liebe ihrer Eltern ihr familiäres Netz erweitert, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen dürfen. Auch die Beziehung zu den anderen leiblichen Elternteilen, ob bei der Trauung anwesend oder nicht, kann dabei zum Thema werden. Selbstverständlich ist auch ein ergänzendes Willkommensritual für den ersten gemeinsamen Nachwuchs möglich. 

Kein/späterer standesamtlicher Trauwunsch

Paare, die sich nicht staatlich trauen und zivilrechtlich verbinden lassen wollen oder dies erst für die Zukunft planen, aber trotzdem feierlich „Ja“ zueinander sagen möchten, können das im Rahmen einer Freien Liebesfeier bzw. Trauung tun. In der Regel handelt es sich um Paare mit spezielleren Beweggründen, etwa wenn sich ein Partner noch im Trennungsjahr befindet oder eine zurückliegende Scheidung als zu einschneidend erlebt wurde als dass eine erneute Heirat mit allen Rechten und Pflichten zum jetzigen Zeitpunkt vorstellbar erscheint. Ein freier Entschluss, nachvollziehbare Gründe und die Bewahrung der Würde auf Seiten aller Beteiligten sollten eine Freie  Liebesfeier begleiten. In ihrem Rahmen besteht auch die Möglichkeit, eine Schmuckurkunde ohne rechtlichen Charakter über die Freie Trauung zu unterschreiben.